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Ein Freiwilliges Soziales Jahr mit ADRA und weltwärts an der Universidad de Montemorelos
 
 

Alltag und Regen

Jetzt sind wir schon seit fast drei Wochen in Mexiko. So langsam beginnen wir uns an das Leben hier zu gewöhnen. Wir stehen meistens gegen halb sieben oder etwas später auf. Um die Zeit ist im Dorm längst Betrieb, das Licht im Flur ist an und es werden laute Durchsagen gemacht. Dann gehen wir zum Comedor, wo es schon früh morgens meistens warmes Essen gibt. Cereals gibt es nur mit viel Glück und wenn, dann meist mit Sojamilch. Im Prinzip unterscheiden sich die drei Mahlzeiten des Tages auch nicht wesentlich voneinander.

Schlangestehen im mexikanisch geschmückten Comedor

Danach habe ich im Instituto de Idiomas meinen ersten Englischkurs des Tages. In dem Kurs sitzen sechs sehr nette Schüler etwa zwischen 16 und 50 Jahren. Danach wechsele ich die Seite und gehe in meinen Spanischunterricht. Das ist eine ziemlich internationale Veranstaltung: Wir sind Schüler aus Frankreich, Liechtenstein, England, Bahamas, Kanada, Guadaloupe, Indien, Deutschland...

 

 

Es folgen Mittagessen im Comedor, Siesta, Zimmerputzen, nach Hause schreiben oder chatten, Unterrichtsvorbereitungen und "Tareas", Hausaufgaben. Manchmal nutzen wir die Zeit auch, um ein wenig einkaufen zu gehen oder verschiedene organisatorische Dinge zu erledigen.

Danach gebe ich noch zwei Englischkurs mit fünf bzw. elf Schülern (auf dem Papier: heute waren zwei bzw. vier da), unterbrochen von einem schnellen Abendessen im Comedor. Gegen halb neun komme ich dann auf unser Zimmer zurück. Wir nutzen die Zeit dann, um zur Vespertina, der Abendandacht zu gehen oder uns noch ein wenig an der frischen Luft zu bewegen und schließlich warten meistens noch letzte Unterrichtsvorbereitungen auf mich. 

Ab morgen kommt wahrscheinlich ganz langsam noch die Arbeit als Begleiterin an der Musikschule dazu - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Seit drei Tagen haben wir immer wieder Regen, so dass überall tiefe Pfützen sind und das Wasser an vielen Stellen sogar über die hohen Kanten der Fußwege lief. Während ich meine letzte Englischstunde im Instituto gab, fing ein heftiger Gewitterregen an und innerhalb kürzester Zeit war alles überschwemmt. Ich war ohne Probleme trockenen Fußes dort angekommen; auf dem Rückweg watete ich auf dem Fußweg (der ja selbst 10 bis 20 cm erhöht ist!) knöcheltief im Wasser. Auf der Straße und dem Fußweg zum Dorm war es noch schlimmer. Das Wasser ging mir stellenweise bis zum Schienbein und war so reißend wie ein Fluss. An unebenen Stellen entstanden kleine stehende Wellen. Weil es so dunkel war, konnte ich kaum noch den Fußweg erkennen - glücklicherweise bin ich nicht daneben getreten...

 

Die Strömung war so stark, dass es mir den einen Flipflop vom Fuß gerissen hat - ich musste mich sehr beeilen, um ihn zu retten!

Jetzt leben wir hier wie auf einer Insel, um uns herum ist überall Wasser und es regnet und regnet... Sie haben uns gesagt, dass morgen nichts stattfindet, wenn es nicht aufhört zu regnen. "Regenfrei", das ist mal etwas ganz neues... 

21.9.10 05:40

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